Über den Sommer hinweg bringt BAZE Menschen in Workshops, Talks und Swop Sessions zusammen. Gemeinsam produzieren wir Zines, Memes, Videos, Sounds und andere kleine digitale Dinge. Diese zirkulieren lokal: von Handy zu Handy, von Mensch zu Mensch und über den wachsenden „Cosmos of (Sub)Culture“ in der Kirche.
BAZE fragt, wie digitale Kultur gemeinsam entstehen kann – an einem Ort, ohne dass wir dafür online sein müssen.

BAZE Workshops
Pocket Zines – Freitags, 03. / 10. / 17. Juli 2026, 14:00–17:00 Uhr
Was ist ein Zine? Und was kann ein Zine sein, wenn es auf dem Handy entsteht, als Datei geteilt, gedruckt, gefaltet, kopiert, weitergeleitet oder weitergegeben wird? In diesem Workshop machen wir mit einfachen Mitteln kleine Publikationen und erkunden Zines als Format für persönliche Geschichten, lokales Wissen und unabhängige Verbreitung.
Handheld Memes – Freitags, 07. / 14. / 21. August 2026, 14:00–17:00 Uhr
Memes sind überall – lustig, politisch, albern, scharf, verwirrend, kollektiv. In diesem Workshop betrachten wir Memes als gemeinsame visuelle Sprache und entwickeln eigene Memes mit Handys, Screenshots, Bildern, Text und allem, was gerade zur Hand ist.
Video Tutorials – Freitags, 11. / 18. / 25. September 2026, 14:00–17:00 Uhr
Tutorials sind eine der praktischsten Formen des Wissensaustauschs im Internet. In diesem Workshop machen wir kurze Videos, die etwas erklären, zeigen oder weitergeben – eine Fähigkeit, ein Rezept, einen Trick, eine Erinnerung oder eine bestimmte Art, Dinge zu tun.
Kommt vorbei, eine Anmeldung für die Workshops ist nicht nötig, ihr könnt jederzeit einsteigen.

Cosmos of (Sub)Culture
Der BAZE Cosmos ist ein wachsendes lokales Archiv. Hier sammeln wir, was während der Workshops, Talks und Swop Parties entsteht, gefunden und geteilt wird: Zines, Memes, Videos, Sounds – aber auch Notizen, Links und Dateien.
Anstatt in einem Feed zu verschwinden, werden diese Materialien Teil eines gemeinsamen digitalen Kosmos im ehemaligen Kirchenraum. Besuchende können auf den Altarstufen sitzen, darin stöbern, Inhalte kopieren, mitnehmen und selbst etwas hinzufügen.

BAZE Talks und Swop Sessions
17.07.26, 18-20h, Talk: Close, but Not the Same: Strategien künstlerischer und sozialer Arbeit
Mit Gürsoy Doğtaş (Kurator Manifesta 16), Sam Hopkins (BAZE), Felix Meermann und Wilko Meiborg (This Is Not a Bar).
Kunst widmet sich sozialen Fragestellungen, soziale Arbeit nutzt künstlerische Werkzeuge – was haben sie gemeinsam und was trennt sie? Ein Gespräch über Motivation, Zielgruppen und Prozesse.
24.07.26, 19-22h, OFFLINE File Swopping x Bottle Swopping
Ein Abend mit „This is Not a Bar“. Bringt zwei Flaschen eures Lieblingsgetränks mit, tauscht sie mit anderen Menschen, swoppt digitale Inhalte von euren Handys, entdeckt den BAZE Cosmos und werdet ein Teil davon.
21.08.26, 18-20h, Talk: Handmade Networks: Artistic Interventions in Offline Digital Exchange (EN)
Mit Steffen Köhn, Nestor Siré und Sam Hopkins. Digitale Kultur zirkuliert nicht nur über Plattformen, sondern von Mensch zu Mensch. Einblicke von Künstlern und Forschern, die in Kuba (El Paquete) und Nairobi (Xender/bazes) arbeiten. (in englischer Sprache)
28.08.26, 19-22h, OFFLINE File Swopping x Book Swopping
Büchertausch und offline File Sharing mit Worlds Loudest Library (Nairobi). Bringt ein Buch mit zum BAZE, tauscht es mit jemandem, entdeckt den BAZE Cosmos und werdet ein Teil davon.
25.09.26, 18–20h, Talk: Formen der Begegnung: Kunst, Public Life und die Einsamkeit
Mit Britta Peters (Leiterin Urbane Künste Ruhr), Sabrina Janz (Koordinierungsstelle Einsamkeit Stadt Dortmund), Sam Hopkins (Künstler); Einsam in einer vernetzten Welt: Wo und wie begegnen wir uns noch im öffentlichen Raum? Wo ist dein Baze? Welche Angebote macht die Stadt und welche Rolle kann Kunst hier spielen?
02.10.26, 19-22h, OFFLINE File Swopping x Music Swopping (Open Decks)
Mit Chrom System. Bring einen USB-Stick mit, spiele deine Musik auf dem Chrom Soundsystem und tausche digitale Sounds mit anderen – offline von Handy zu Handy. Werde mit deinem Sound Teil unseres Offline-Cosmos.

Zum Hintergrund: BAZE wurde von Sam Hopkins (Nairobi/Köln) und Daniela Berglehn (Dortmund Nordstadt) für die Manifesta 16 Ruhr entwickelt.
Das Projekt thematisiert miteinander verknüpfte gesellschaftliche Probleme, wie zunehmende Einsamkeit und den aggressiven Plattformkapitalismus.
Offline-Sharing ist eine alltägliche, gesellige Form des Widerstands. Die bewusste Nutzung von Handys – entgegen ihrem hyper-extraktiven, hyper-online-orientierten Design – soll uns an unsere Macht und Handlungsfähigkeit als Nutzende erinnern. BAZE orientiert sich an informellen Treffpunkten in Nairobi, wo junge Menschen hohe Datenkosten vermeiden, indem sie Dateien direkt von Handy zu Handy austauschen und so ein stadtweites „Sneakernet“ schaffen. Die relationalen und politischen Implikationen dieser Praxis sind im Kontext des Ruhrgebiets besonders wirkungsvoll und bieten einen Weg, Technologie und Kirchengebäude als Infrastrukturen für das gemeinschaftliche Leben zurückzugewinnen.
